Leopoldshöhe

Revitalisierung von
schmalblättrigen Eschen

Leopoldshöhe

Revitalisierung von
schmalblättrigern Eschen

Gemeinde Leopoldshöhe – Marktplatz

 Revitalisierung von schmalblättrigen Eschen (Fraxinus angustifolia ‘Raywood’)
auf dem Marktplatz der Gemeinde Leopoldshöhe

Maßnahmen 2016 – 2018

Im Rahmen der Ortskernsanierung wurden 2009 auf dem Marktplatz der Gemeinde Leopoldshöhe 13 schmalblättrige Eschen (Fraxinus angustifolia ‘Raywood’) gepflanzt. Die in strukturstabilem Baumsubstrat stehenden Gehölze konnten nach anfänglichem Anwuchserfolg nicht voll etabliert werden. Sieben Jahre nach dem ersten Spatenstich stagnieren diese überwiegend in ihrem Wachstum. Einige Exemplare zeigen bereits Absterbeerscheinungen.

Im Zuge einer differenzierten Standortanalyse wurde eine Bodenmischprobe gezogen, um die Nährstoffverfügbarkeit der Baumstandorte zu ermitteln. Gleichzeitig konnten weitere vitalitätsmindernde Umstände dokumentiert werden. Hierzu zählt eine partielle, anthropogen bedingte Oberflächenverdichtung der Baumscheiben durch Fußgänger. Diese führt dazu, dass natürliche Niederschläge nicht versickern und dem Baum zur Verfügung stehen. Stattdessen fließen diese oberflächlich ab. Die Gehölze werden nun nach dem Vorbild der „Berliner Sanierungsmethode“ in den nächsten drei Jahren revitalisiert.

Im Juni 2016 wurden die Bäume mit Nährstoffen und Mikroorganismen, auf Grundlage der Erbnisse der Bodenanalyse vom Mai 2016, versorgt. Die Applikation erfolgte über 2 Bewässerungssäcke pro Baum und wurde unterstützt durch zwei Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Leopoldshöhe. Das benötigte Wasser wurde ebenso von der Verwaltung gestellt. Des Weiteren wurde in den Jahren 2016-2018 anhand der Sommerbonituren, und der damit festgestellten Vitalitätszustände, differenzierte Düngeempfehlungen zum Einen für eine Sommerdüngung und einer Frühjahrsdüngung für die folgende Vegtationsperiode ausgesprochen.

Im Zuge der Standortanalyse bzw. zur Erstbegutachtung der Gehölze am 26.05.2016 wurden exemplarisch Wurzelansätze freigelegt. Es bestätigte sich der Verdacht, dass die Baumquartiere nach der Pflanzung mit Baumsubstrat (mit dem gleichen Baumsubstrat wie bei der Pflanzung) verfüllt worden sind und die Purpur-Eschen letztlich ca. 10 ‑ 20 cm zu tief stehen bzw. gepflanzt wurden. Abgesehen vom Tiefstand, bildet das durch Fußgänger verdichtete und zermahlene Baumsubstrat (Nullanteile; Bestandteile < 1,0 mm) eine Art Deckel, der das Eindringen von Wasser und den Bodengasaustausch erheblich erschwert.

Um die Standortbedingungen der Gehölze zu verbessern, wurde am 11.04.2017 das verdichtete Baumsubstrat bis zum ursprünglichen Wurzelanlauf entfernt. Im Folgenden wurden die Baumscheiben mit einer speziellen Unkrautfolie ausgelegt und mit einer ca. 10 ‑ 15 cm starken Schicht aus mineralischem Mulch (Granitsplit, Körnung: 8/16 mm, ohne Nullanteil) aufgefüllt. Die Folie verhindert das Einwurzeln von Wurzelunkräutern sowie die Durchmischung von Baumsubstrat und Mulchmaterial. Ebenso verteilt es punktuelle Trittbelastungen gleichmäßig auf eine größere Fläche und verhindert so präventiv die erneute Überfestigung der Baumscheibe.

2017 wurden die Purpur-Eschen auf dem Marktplatz unter Zuhilfenahme eines Hubsteigers und der Unterstützung des Bauhofs von Alexander Borgmann gen. Brüser geschnitten. Ziel der Maßnahme war es zum einen Kronenfehlentwicklungen zu korrigieren und zum anderen die Wüchsigkeit bzw. den Trieb der Gehölze anzuregen.

Bewässerungssteuerung mit Feuchtesensoren

2016 wurden 5 Baumstandorte jeweils mit 3 Feuchtesensoren in unterschiedlichen Tiefen ausgestattet. Durch die dauerhafte Installation der Technik können langjährige und an den Entwicklungszustand der Pflanzen angepasste dynamische Handlungsempfehlungen geben werden. Für eine verlässliche Einschätzung einer Begebenheit muss eine ausreichende Wiederholung zur Mittelwertbildung in den jeweiligen Bodenhorizonten des Gehölzstandorts gegeben sein. Um pauschales und zum Teil auch unnötiges Bewässern zu vermeiden sind in der Vegetationsperiode regelmäßige (wöchentliche) Messungen der Bodenfechte die Grundlage für differenzierte Gießempfehlungen. Das Auslesen der Sensoren wurde wöchentlich von einem Mitarbeiter des Bauhofs übernommen. Die Ergebnisse in Form eines Diagramms zur Feuchtesituation und einer Gießempfehlung wurden an den AG übermittelt. Die enge und regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter Vorort bildeten die Basis für einen effizienten Gießwassereinsatz und die vitale Entwicklung der Gehölze.

Zwischenfazit 2016 – 2018

Die Maßnahmen zur Revitalisierung der schmalblättrigen Eschen auf dem Markplatz der Gemeinde Leopoldshöhe zeigten im Jahr 2018, nach einem Aufgrünen der Belaubung im Jahr 2016, einem Durchtrieb der Gehölze im Frühjahr 2017 und nun u. a. in Folge der Schnittmaßnahmen von 2017, eine sehr deutliche Reaktion im Hinblick auf eine verbesserte Wüchsigkeit und Vitalität.

Bemerkenswert ist die arttypische Herbstfärbung in diesem Jahr.

Zum jetzigen Zeitpunkt sollte, bei Aufrechterhaltung einer ausreichenden Versorgungssituation mit Nährstoffen und Wasser, von einer erfolgreichen vollständigen Revitalisierung und anfänglichen Entwöhnung bzw. Anpassung der Pflanzung im Spätsommer / Herbst 2019 ausgegangen werden.