Wilhelma

Revitalisierung von
Mammutbäumen

Wilhema

Revitalisierung von
Mammutbäumen

Wilhelma – Zoologoisch-Botanischer Garten Stuttgart

Standortoptimierung, sowie zum kurz-, mittel- und langfristigen Vitalerhal
des Sequoia Wäldchens in der Wilhelma, Stuttgart.

Ausgangssituation /
Eingehende Standortanalyse

Im Rahmen einer Baumaßnahme in den Neunzigerjahren wurde oberhalb des Sequoia-Wäldchens eine neue Gehege-Anlage geschaffen. Hierzu wurde u. a. ein Graben ausgehoben, der den natürlichen Wasserzufluss aus dem umliegenden Gelände abschnitt.

Im darauffolgenden Zeitraum bis heute wurde eine sich verschlechternde Vitalität der Gehölze dokumentiert. Da der momentane Zustand einer Vielzahl der rund 70 Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) hinsichtlich Vitalität, Wüchsigkeit und allgemeinem Erscheinungsbild nicht dem eines erhaltensfähigen Baumbestandes entspricht und sogar mit dem baldigen Absterben einiger Exemplare gerechnet werden muss, hat eine eingehende Standortanalyse den Zustand der Gehölze beschrieben, einen Weg für die Vitalisierung aufgezeigt und Maßnahmen zur nachhaltigen Standortoptimierung skizziert.

Im Zuge der Bestandsaufnahme im August 2018 wurden bei den Jungbäumen, Reifphasebäumen und Altbäumen mehrere vitalitätsbeschreibende Parameter aufgenommen. Hierzu zählen:

  • Vitalität bzw. Wuchspotenz nach
  • Laubgestalt in Bonitur-Stufen
  • Pathogene und Nützlingen

Die gewonnenen Information dienten zur Festlegung von differenzierten gärtnerisch-baumpflegerischen Maßnahmen für den gesamten Baumbestand. Bonitiert wurden die Gehölze nach ROLOFFs Vitalitätstufen (VS 0-3), erweitert um halbe Stufen zur genaueren Differenzierung der Wuchspotenz.

Einbau der Feuchtesensoren & zusätzliche Bewässerung

Zur Ermittlung der bedarfsgerechten Wassermenge wurden im Frühling 2019 insgesamt 40 Feuchtesensoren an 10 Meßstellen installiert. Es wurden jeweils vier Sensoren in unterschiedlichen Tiefen eingebaut. Die Kontakte der Sensoren wurden einige Zentimeter unterflur in einem Kontrollschacht zusammengeführt.

Während der Vegetationsphase (in etwa bis November) wird durch einen Mitarbeiter der Wilhelma die Bodenfeuchte wöchentlich dokumentiert und an ARBOR revital übermittelt. Die Ergebnisse wird anschließend von ARBOR revital interpretiert und in einer kurzen Stellungnahme nebst Auswertungsgrafik den Ansprechpartnern des Grünflächenamts mitgeteilt.

2021 wurden die 10 Meßpunkte mit Funkesendern nachgerüstet und funken seit Beginn des Jahres 2 Datensätze / Tag.

Standortoptimierung

Um den Standort der Sequoias langristig zu verbessern, jedoch gleich zeitig das Wurzelnetzwerk nicht zu stark zu beeinträchtigen wurden Attraktionszentren (AZ) von ca. 20 cm Durchmesser bis in eine Tiefe von ca. 120 cm gebohrt. Die wurden mit Baumsubstrat (0/32 Körnung) wieder verfüllt. Da die AZs mit einigem Abstand von einander entfernt sind wurde die gesamte Fläche mit der Bodenbelüftungslangs gelockert.

Die anschließende Einfriedung des Areals zur Reduzierung der Verdichtung durch Besucher der Wilhelma lässt die Maßnahmen langfristig arbeiten und vermeidet hohe Kosten durch eine Wiederholung. Tiefwurzelnde Sträucher vervollständigen die Aufwertung des Bodengefüges.

Eine “Touching-Tree-Plattform” ist ebenfalls an hoch frequentierten Stellen geplant, um den Besuchern das Erlebnis Mannutbaum-Wald näher zu bringen.