Bezirk Neukölln von Berlin

Revitalisierung von 36 Berg-Ahornen (Acer pseudoplatanus)
in der denkmalgeschützten Hufeisensiedlung

Die 36 Berg-Ahorne (wissenschaftlicher Name: Acer pseudoplatanus) auf dem Vorplatz der Hufeisensiedlung gedeihen nach ihrer Pflanzung 2012 nicht wie erwünscht. Um diesem Problem auf den Grund zu gehen wurde bereits 2019 durch das Straßen- und Grünflächenamt Neukölln ein Gutachten in Auftrag gegeben. Ziel des Gutachtens war die Ursache für die ungenügende Entwicklung der Bäume aufzudecken sowie Pflegemaßnahmen (d.h. Maßnahmen zur Revitalisierung) zu bestimmen.

Um die Berg-Ahorne zu revitalisieren und langfristig zu etablieren, wird nun die sogenannte „Berliner Sanierungsmethode” angewendet. Diese Methode basiert auf Düngung und Bewässerung der einzelnen Bäume, jeweils angepasst an die besonderen Standortbedingungen. Unterstützt wird diese Pflege durch die Messung der Bodenfeuchte sowie revitalisierenden Schnittmaßnahmen. Ggf. erfolgen zudem Bodensanierungsarbeiten zur Belüftung der Böden und Verbesserung der Wasseraufnahme.

Das Projekt beginnt 2020 und erstreckt sich vorerst über drei Vegetationsperioden bis 2022.

Das Straßen- und Grünflächenamt Neukölln leitet das Projekt federführend und wird durch ARBOR revital unterstützt.

Besonders die Standortsituation hat einen großen Anteil daran, wie sich die Jungbäume entwickeln. Im Rahmen der eingehenden Standortanalyse wurde an diesem Standort eine Verdichtung des Bodens festgestellt, die den gesamten Nährstoff-, sowie Luft- und Wasserhaushalt des Bodens stört.
Um die Nährstoffversorgung des Bodens analysieren zu können, wurden zudem im Untersuchungsgebiet Bodenproben aus den unterschiedlichen Tiefen entnommen und analysiert. Dabei wurde eine mangelhafte Versorgung mit Kalium und Stickstoff festgestellt. Kalium ist das wichtigste Nährelement für den Wasserhaushalt in der Pflanze. Ein Mangel hat insbesondere Auswirkung auf das Transpirationsverhalten der Gehölze. Stickstoff ist für Bäume ebenfalls sehr wichtig, da der Bedarf in den Pflanzen am höchsten ist. Mangel führt in der Regel zu Kümmerwuchs. Erfahrungsgemäß ist auf anthropogen beeinflussten Böden, aufgrund mangelnder organischer Anteile bzw. fehlender kontinuierlicher Mineralisierung von abgestorbenen Pflanzenteilen, kaum mineralisierter Stickstoff (Nmin) vorzufinden.

Zusammenfassend lässt sich die Kombination der mangelnden Standortvorbereitung, der Überverdichtung des anstehenden Bodens und der schlechten Versorgung mit Kalium und Stickstoff als Ursache für die schlechte Entwicklung der Pflanzung nennen. Insbesondere die zurückliegenden Dürreperioden der letzten zwei Jahre verstärken die genannten Vitalitätsmindernden Faktoren. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurden die folgenden Maßnahmen empfohlen und bereits eingeleitet. Eine Sanierung der Bodenverhältnisse steht derzeit ebenfalls zur Diskussion.

 

2020 wurden fünf Baumstandorte jeweils mit drei Feuchtesensoren (Tensiometer nach dem Prinzip der Gipsblockelektrode) in unterschiedlichen Tiefen ausgestattet. Durch die dauerhafte Installation der Technik können langjährige und an den Entwicklungszustand der Pflanzen angepasste dynamische Handlungsempfehlungen geben werden. Für eine verlässliche Einschätzung einer Begebenheit muss eine ausreichende Wiederholung zur Mittelwertbildung in den jeweiligen Bodenhorizonten des Gehölzstandorts gegeben sein. Um pauschales und zum Teil unnötiges Bewässern zu vermeiden, sind regelmäßige Messungen der Bodenfeuchte unumgänglich. (Vllt. Hier noch ein Bild von der Sensorik und oder dem Auslesegerät.
Während der Vegetationsperiode (in etwa bis November) wird aus diesem Grund durch eine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Bezirks die Bodenfeuchte wöchentlich dokumentiert und an ARBOR revital übermittelt. Die Ergebnisse werden anschließend von ARBOR revital interpretiert und in einer kurzen Stellungnahme nebst Auswertungsgrafik den Ansprechpartnern des Bezirksamts mitgeteilt. Die enge und regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter Vorort bildeten die Basis für einen effizienten Gießwassereinsatz und die vitale Entwicklung der Gehölze.

Im Hinblick auf den Vitalitätszustand der 36 Berg-Ahorne wurde im Gutachten 2019 eine differenzierte Nährstoffgarbe in flüssiger Form empfohlen, die im Juni 2020 entsprechend des differenzierten Düngeplans durchgeführt wurde. Hierzu kamen verschiedene Nährlösungen zum Einsatz, die je nach Vitalität und Baumgröße variierten.

Um die Gärtnerischen Maßnahmen (Düngung und Bewässerung) baumpflegerisch zu unterstützen ist ein Jungbaumschnitt in Planung, welcher voraussichtlich 2021 durchgeführt wird. Im Rahmen einer Sondermaßnahme wurde an einem Baum bereits dieses Jahr ein Schnitt durchgeführt um eine artgerechte Entwicklung baumpflegerisch zu unterstützen.

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